Rezension: “Elefant” von Martin Suter

Die Jagd nach dem rosa Elefanten

Sie ist rosa, in etwa so groß wie ein Schoßhund, hört auf den wohlklingenden Namen „Sabu Barisha“ und leuchtet im Dunkeln – es war Liebe auf den ersten Buchstaben. Die Rede ist von dem neuesten Geschöpf aus der Feder des Schweizer Bestsellerautors Martin Suter: Ein pink leuchtender Mini-Elefant, um den sich Suters aktueller Roman dreht. Für die einen ist sie ein Spielzeug, die anderen halten sie gar für heilig und für andere stellt sie wiederum einen neuen Lebensinhalt dar, doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie wollen die kleine Elefantendame um jeden Preis haben bzw. beschützen. In einer packenden und berührenden Geschichte beschreibt Suter das dramatische Wettrennen um jenes einzigartige Tierchen.

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Rezension: “Der Club” von Takis Würger

Weiche Schale, harter Kern

Insgeheim habe ich immer davon geträumt, an einer der Unis in „Oxbridge“ zu studieren. Jetzt vielleicht nicht mehr so sehr. Schuld daran trägt bzw. zu danken ist Takis Würger. In seinem Debutroman Der Club gewährt dieser nämlich einen gründlichen, ja fast schon an die Grenzen der Zumutbarkeit stoßenden Blick hinter die Fassaden der altehrwürdigen Gemäuer der Cambridge University und gleichzeitig tief hinunter in die menschlichen Abgründe. Damit liefert Würger zwar eine erschütternde Geschichte, lässt seine Leser aber nicht, wie eventuell vermutet, hart auf dem Boden aufkommen, sondern bettet sie überraschend weich. Überhaupt bricht der Roman mit sämtlichen Erwartungen, die man an ihn heranträgt, und überrascht damit auf ganzer Linie.

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Rezension: “Salt to the Sea” von Ruta Sepetys

Salz für die See und Salz auf den Buchseiten

Es gibt genau fünf Bücher, die mich emotional so tief getroffen haben, dass ich diese Lektüren bis heute noch nicht richtig überwunden habe. Dazu gehören The Song of Achilles (Madeline Miller), The Lovely Bones (Alice Sebold), One Day (David Nicholls), Vom Ende der Einsamkeit (Benedict Wells) und The Absolutist (John Boyne). Jetzt darf sich ein neuer Roman zu dieser illustren Runde gesellen: Salt to the Sea von Ruta Sepetys. Etlichen überschwänglichen Rezensionen sowie Instagram ist es zu verdanken, dass ich auf dieses Meisterwerk gestoßen bin und da ich ja gerne und viel über den 1. und 2. Weltkrieg lese, wanderte Sepetys’ Roman schnurstracks auf meinen Lesestapel.

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Rezension: “Die weiteren Aussichten” von Robert Seethaler

Eine aberwitzige Geschichte mit viel Liebe zum Detail

Schon wieder eine Rezension zu einem Roman von Robert Seethaler? Ich fürchte ja. Ich kriege momentan einfach nicht genug von den besonderen Geschichten und dem noch einmaligeren Schreibstil dieses Schriftstellers. Deswegen musste ich erneut meiner Seethaler-Sucht nachgeben und habe Die weiteren Aussichten gelesen. Ähnlich wie bei meiner Lektüre von Der Trafikant stellte sich auch dieses Mal sofort wieder das heimelige Gefühl ein, mit der Geschichte und ihren Charakteren direkt vertraut zu sein – ich war sofort wieder gefesselt.

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Rezension: “Crossbones” von Nuruddin Farah

Chaos, Terroristen und „Piraten“: Ein zeitgenössisches Porträt Somalias

Vor einigen Wochen habe ich mit The Orchard of Lost Souls von Nadifa Mohamed bereits einen Roman vorgestellt, der in Somalia spielt und die Anfänge des bis heute andauernden landesweiten Konflikts schildert. In jener Rezension habe ich auch Mohameds Landsmann und Schriftstellerkollegen Nuruddin Farah erwähnt, der sich in all seinen Werken mit seinem Heimatland beschäftigt und seine aktuellste Trilogie ebenfalls dem Somalischen Bürgerkrieg widmete. Crossbones, der letzte Teil dieser Trilogie, behandelt eine der aktuellsten Episoden in der Geschichte des Landes: Den Aufstieg von religiösen Fanatikern, Terroristen und Piraten. In einem politischen Thriller beschreibt Farah die explosive Stimmung in Somalia gegen Ende des Jahres 2006 und rückt – auch als Reaktion auf die westliche Berichterstattung – die gesellschaftlichen und historischen Geschehnisse in dem Land in ein neues Licht.

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