#Buchpassion: Meine Lieblingsschriftsteller/-innen im Wandel der Zeit

Als die von Janine vom Blog kapri-ziös ins Leben gerufene Onlineaktion #Buchpassion im letzten Jahr zum ersten Mal stattfand, gab es meinen Blog ganz knapp noch nicht. Danach bin ich jedoch noch über den ein oder anderen Blogbeitrag dazu gestolpert und habe mir gedacht: Was für eine schöne Sache, daran hätte ich auch gerne teilgenommen! Als ich dann letztens gelesen habe, dass die Aktion in eine neue Runde geht – diesmal unter dem Motto „Lieblingsautorinnen und – autoren“ (Genaueres dazu findet ihr übrigens HIER) – musste ich nicht lange überlegen, sondern habe ziemlich schnell beschlossen, diesmal auf alle Fälle mitzumachen.

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Rezension: „Die Biene und der Kurt“ von Robert Seethaler

Da ist das Fass an Skurrilität ein bisschen übergelaufen

Da veröffentliche ich doch glatt schon wieder eine Rezension zu einem Roman von Robert Seethaler! Vermutlich rollen jetzt ein paar von euch gerade mit den Augen, aber das kann ich ja nicht sehen. Vielleicht interessiert es den ein oder anderen aber auch, wie es mir mit meinem vierten Seethaler-Roman so erging, das ist ja gut möglich. Meine Seethaler-Liebe, die hat nämlich einen ordentlichen Dämpfer bekommen. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Das war wie so ein kleiner Schlag in die Magengrube, ihr kennt das wahrscheinlich. Jedenfalls bin ich heilfroh, dass das nicht mein erstes Buch von Seethaler war. Wer weiß, ob ich dann noch ein anderes Buch von ihm gelesen hätte. Darüber könnte man wahrscheinlich noch lange spekulieren, aber eines ist klar: Natürlich liegen zwischen so einem unaufdringlichen und feinen Büchlein wie Ein ganzes Leben und so einer grellen Story wie der von Die Biene und der Kurt Welten.

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Rezension: „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara

Ein einziger Zwiespalt

Wenn ich ein Buch nennen müsste, dem man in den letzten Monaten auf sämtlichen Plattformen begegnete, über das so heiß diskutiert worden ist wie sonst selten und um das man deswegen kaum bis gar nicht vorbeikam, dann wäre das Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara. In ihrem neuesten Opus liefert die amerikanische Autorin Stoff, der nicht ohne Grund Aufsehen erregt und die Gemüter gehörig erhitzt, aber vor allem auch kräftig spaltet: Während die einen den Roman fast verteufeln, loben ihn die anderen förmlich in den Himmel – und ich habe das Gefühl, dass ich mich mit meinen Gedanken zu diesem doch in vielerlei Hinsicht sehr ungewöhnlichen Roman irgendwo in der Mitte befinde, nämlich im absoluten Zwiespalt.

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Rezension: „Elefant“ von Martin Suter

Die Jagd nach dem rosa Elefanten

Sie ist rosa, in etwa so groß wie ein Schoßhund, hört auf den wohlklingenden Namen „Sabu Barisha“ und leuchtet im Dunkeln – es war Liebe auf den ersten Buchstaben. Die Rede ist von dem neuesten Geschöpf aus der Feder des Schweizer Bestsellerautors Martin Suter: Ein pink leuchtender Mini-Elefant, um den sich Suters aktueller Roman dreht. Für die einen ist sie ein Spielzeug, die anderen halten sie gar für heilig und für andere stellt sie wiederum einen neuen Lebensinhalt dar, doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie wollen die kleine Elefantendame um jeden Preis haben bzw. beschützen. In einer packenden und berührenden Geschichte beschreibt Suter das dramatische Wettrennen um jenes einzigartige Tierchen.

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Rezension: „Der Club“ von Takis Würger

Weiche Schale, harter Kern

Insgeheim habe ich immer davon geträumt, an einer der Unis in „Oxbridge“ zu studieren. Jetzt vielleicht nicht mehr so sehr. Schuld daran trägt bzw. zu danken ist Takis Würger. In seinem Debutroman Der Club gewährt dieser nämlich einen gründlichen, ja fast schon an die Grenzen der Zumutbarkeit stoßenden Blick hinter die Fassaden der altehrwürdigen Gemäuer der Cambridge University und gleichzeitig tief hinunter in die menschlichen Abgründe. Damit liefert Würger zwar eine erschütternde Geschichte, lässt seine Leser aber nicht, wie eventuell vermutet, hart auf dem Boden aufkommen, sondern bettet sie überraschend weich. Überhaupt bricht der Roman mit sämtlichen Erwartungen, die man an ihn heranträgt, und überrascht damit auf ganzer Linie.

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Rezension: „Die weiteren Aussichten“ von Robert Seethaler

Eine aberwitzige Geschichte mit viel Liebe zum Detail

Schon wieder eine Rezension zu einem Roman von Robert Seethaler? Ich fürchte ja. Ich kriege momentan einfach nicht genug von den besonderen Geschichten und dem noch einmaligeren Schreibstil dieses Schriftstellers. Deswegen musste ich erneut meiner Seethaler-Sucht nachgeben und habe Die weiteren Aussichten gelesen. Ähnlich wie bei meiner Lektüre von Der Trafikant stellte sich auch dieses Mal sofort wieder das heimelige Gefühl ein, mit der Geschichte und ihren Charakteren direkt vertraut zu sein – ich war sofort wieder gefesselt.

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Rezension: „Der Trafikant“ von Robert Seethaler

Zeiten des Umbruchs

Nachdem mir Ein ganzes Leben vor zwei Monaten so unerwartet gut gefallen und mich vor allem Robert Seethalers absolut einmaliger Schreibstil restlos begeistern konnte, wollte ich nicht lange mit der Lektüre eines weiteren Werks des österreichischen Autors warten. Die Biene und der Kurt steht zwar bereits im Regal, aber Der Trafikant hat mich thematisch gerade ein bisschen mehr angelacht. Ich nahm das Buch auf eine Zugreise mit und habe währenddessen circa die Hälfte des Romans verschlungen. Blitzschnell vermochte es Seethaler, mich in den Bann zu ziehen.

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Rezension: „Vincent“ von Joey Goebel

Der Preis hoher Kunst

Ich habe es schon lange aufgegeben, Radio zu hören. Von der größtenteils immer gleichen Dosenmusik von David Guetta, Rihanna und Konsorten bluten mir die Ohren. Auch ins Kino gehe ich nur noch sehr selten, vielleicht noch zwei oder drei Mal im Jahr, Tendenz eher abnehmend. Hier scheint mir langsam (mit wenigen Ausnahmen) genauso alles immer mehr zu demselben Einheitsbrei zu werden. Kein Wunder also, dass mir die Grundidee hinter der ausgeklügelten Strategie des Unternehmens „New Renaissance“, wie sie in Joey Goebels Roman Vincent beschrieben wird, zunächst zusagte. Denn Ziel der Firma ist es, die (amerikanische) Kultur zu verbessern bzw. von Grund auf zu reformieren. Eigentlich ein löblicher Kerngedanke. Der einzige Haken daran: Die Umsetzung. Um zu garantieren, dass die Quelle an großen Musikhits und kreativen Drehbüchern für Film und Fernsehen möglichst nie versiegt, sorgt das Unternehmen dafür, dass seine Schützlinge, die Künstler, durch Leiderfahrungen kreativ bleiben. Ein eigens dafür ausgewählter „Manager“ hat daher die Aufgabe, den jeweiligen Künstler auf Schritt und Tritt zu begleiten, sein Leben zu manipulieren und ihm dann und wann der Inspiration wegen physischen oder psychischen Schmerz zuzufügen.

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Rezension: „Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler

Understatement durch und durch

Wenn einer meiner Lieblingsautoren* ein Buch empfiehlt, dann muss ich das lesen. Aus Erfahrung weiß ich bereits, dass ich mich auf diese Empfehlung hundertprozentig verlassen kann und es sich um ein lesenswertes Buch handeln muss. Kaum hatte ich jene Rezension zu Ein ganzes Leben also gelesen, habe ich mir Robert Seethalers Roman umgehend beim Buchladen meines Vertrauens sichergestellt.

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