Rezension: “Nach Mattias” von Peter Zantingh

Von Abschieden und Neuanfängen

Wie wird man mit einem großen Verlust fertig? Wie geht man mit der dadurch entstandenen Leerstelle um? Und wie soll bzw. kann man nach einem Schicksalsschlag, nach solch einer Zäsur bloß weitermachen? In den vergangenen Monaten sah ich mich mit diesen Fragen zwangsweise konfrontiert und das war auch der Grund, weshalb es hier so still war. Dann erreichte mich Ende des Jahres ein Leseexemplar eines Buches, das sich genau um diese Fragestellungen dreht: Es handelte sich um Nach Mattias, das vielversprechende deutsche Romandebüt des niederländischen Journalisten Peter Zantingh. Nicht nur wegen der Thematik, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass Musik darin eine wichtige Rolle spielt und Zantingh laut Verlag etwas an Benedict Wells erinnere, weckte Nach Mattias bei mir große Erwartungen, die allerdings leider nicht in Gänze erfüllt wurden.

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Bericht: Lesung von Joey Goebel am 7. Juni 2019 in Ravensburg

Wenn Literatur und Musik eine unnachahmliche Symbiose eingehen:
Ein Abend mit Joey Goebel und Neon Diamond bei RavensBuch

“Kunst kann nur durch Leid entstehen” – so zumindest lautet die These in Joey Goebels wohl bekanntestem Roman Vincent. Nun, das habe ich in den vergangenen Wochen quasi einmal unfreiwilligerweise für euch getestet und muss sagen: Das trifft hier in meinem Fall nicht wirklich zu, denn knapp drei Wochen ist die Lesung von Joey Goebel in Ravensburg nun her und erst jetzt habe ich es – nach zig erfolglosen Anläufen und in mehreren kleinen Schritten – geschafft, halbwegs die Energie dafür aufzubringen, die passenden Worte für das Erlebte zu finden und sie aufs Papier zu bringen. Dabei war der Abend wirklich denkwürdig und hat es deshalb sehr verdient, festgehalten zu werden. Deswegen hier nun mein Versuch:

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Bericht: Lesung von Benedict Wells am 22. Oktober 2018 in Zürich

Zurück in die Zukunft? Vorwärts in die Vergangenheit! – Eine emotionale Zeitreise mit Benedict Wells

Vor ein bisschen mehr als zwei Jahren las Benedict Wells in Begleitung von Jacob Brass im wunderschönen Konzerthaus in Ravensburg aus seinem Roman Vom Ende der Einsamkeit. Genau heute vor zwei Jahren habe ich in meinem ersten richtigen Blogbeitrag eben von dieser legendären Lesung berichtet, die ich niemals vergessen werde und wegen der dieser Blog einen Tag zuvor auch überhaupt erst online ging. Gestern vor einer Woche hatte ich nun das große Vergnügen, das Dream-Team Wells & Brass im Kaufleuten in Zürich wiederzusehen – und zwar auf einer der drei einzigen Lesungen zu Wells‘ neuem Kurzgeschichtenband Die Wahrheit über das Lügen.  Ob perfektes Timing, purer Zufall oder schieres Glück  „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen!“, habe ich mir kurzum gedacht, nachdem mir dieses zeitliche Zusammenfallen der Ereignisse bewusst geworden war, obwohl der Lesungsbesuch bis zur Buchmesse eigentlich nicht eingeplant war. Eine derart wunderbare Veranstaltung sollte man sich aber nicht entgehen lassen und außerdem liegt Zürich für mich eigentlich auch nur einen Katzensprung entfernt, und so schnappte ich mir an besagtem Montag eine liebe Freundin, die Benedict Wells und seine Bücher bis dahin nur ein paar Tage gekannt hatte (aber in der kurzen Zeit direkt seine zwei neuesten Werke verschlungen hatte), und auf ging’s nach Züri, in die Heimat von Wells‘ Büchern.

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Rückblick: A Year in Music 2017

Meine musikalischen Tops und Flops 2017

Das neue Jahr hat bereits angefangen und eigentlich sind da Rückblicke, die sich auf das letzte Jahr beziehen, schon Schnee von gestern, aber einen, äh zwei, hab ich noch – unter anderem eben mein musikalischer Rückblick auf das Jahr 2017. Ich habe zwar manchmal das Gefühl, dass die Beiträge aus der Kategorie „Musik“ hier auf weniger Interesse stoßen, aber da ich – wie im letztjährigen Beitrag – bereits erklärt, eine Statistik dieser Art ohnehin privat für mich führe/dokumentiere und ich auch „A Year in Music 2016“ nicht alleine stehen lassen und diese Beitragsserie gerne weiterführen möchte, müssen einige von euch jetzt ganz stark sein. 😉 Abgesehen davon bin ich, wie ich auch schon in meinem Bericht über das Konzert von Glen Hansard im November erklärt habe, im Sommer nicht dazu gekommen, hier auch nur irgendwie auf all die Konzerte und Musicals einzugehen, die ich in dieser Zeit besucht habe. Somit sehe ich diesen Beitrag auch als Gelegenheit, vielleicht noch auf den ein oder anderen besonders schönen Moment davon einzugehen. Also dann mal nichts wie los:

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Bericht: “Wicked” in Zürich am 29. November 2017

Ein kurzer Besuch in der “Emerald City”

Vor etwas mehr als einem Jahr erschien mein erster und auch leider bislang letzter Musicalbericht. Ich habe in der Zwischenzeit zwar noch das eine oder andere Musical besucht, bin jedoch nicht zeitnah dazu gekommen, ausführlich darüber zu schreiben (eventuell werde ich aber im musikalischen Jahresrückblick noch kurz darauf eingehen). Letzte Woche habe ich allerdings eines meiner Lieblingsmusicals gesehen und da wollte ich es mir diesmal wirklich nicht nehmen lassen, euch davon zu erzählen und ein bisschen vorzuschwärmen. Die UK-Tourproduktion des Musicals Wicked macht nämlich gerade Halt in Zürich und so hatte ich vergangenen Mittwoch die Gelegenheit, dieses sensationelle Stück einmal im englischen Original zu sehen.

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