Bericht: 48. Solothurner Literaturtage

Ein bereichernder Kurztrip zum größten mehrsprachigen Literaturfestival der Schweiz

Seit mittlerweile 48 Jahren wird die malerisch am Fuße des Juras und der Aare gelegene Kleinstadt Solothurn traditionell über das Auffahrtswochenende Mitte Mai zum Hotspot der Schweizer Literaturszene – und weit darüber hinaus. Da ich in der Grenzregion lebe, war mir das Literaturfestival zwar durchaus bereits ein Begriff, seiner tatsächlichen Strahlkraft war ich mir jedoch noch nicht bewusst gewesen, doch das sollte sich ändern, denn ich hatte in diesem Jahr nun die Gelegenheit, mich von anderen Literaturliebhaber:innen und Gleichgesinnten mit durch die Straßen der Solothurner Altstadt zu Lesungen, Diskussionen und Performances an verschiedensten Orten, von denen einer schöner als der andere war, treiben zu lassen, internationalen Autor:innen zu lauschen und gemeinsam ins Gespräch über Sprache und das Erzählen zu kommen – und all das in gerade einmal eineinhalb Tagen: Ein intensives, teils atemloses Erlebnis, das für mich jedoch kaum bereichernder hätte sein können und einmal mehr bewiesen hat, welche Bedeutung Geschichten und Bücher besonders in der heutigen Zeit haben.

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Bericht: Lesung von Joachim B. Schmidt am 6. September 2025 in Appenzell

Atmosphärische Reise in den hohen Norden Islands

Kürzlich musste ich mit Erschrecken feststellen, dass ich in diesem Jahr noch keine einzige Lesung besucht habe – ein schier untragbarer Zustand für eine begeisterte Lesungsbesucherin für mich, doch leider ist hier das Angebot an für mich interessanten Lesungen in den vergangenen Monaten ohnehin eher überschaubar gewesen und wenn doch mal ein*e interessante*r Autor*in in der Nähe gelesen hat, ist der Lesungstermin entweder ausgerechnet in meine Urlaubszeit gefallen oder bereits ausverkauft gewesen. Immerhin zum Start von Joachim B. Schmidts Schweiz-Lesereise zu seinem neuesten Roman Ósmann habe ich es zum Glück pünktlich aus dem Urlaub geschafft und so ging es für mich fast ein Jahr nach meiner letzten Lesung und beinahe genau zwei Jahre, nachdem ich den Autor dort schon einmal bei einer Lesung erleben durfte, wieder ins beschauliche Örtchen Appenzell: Im hiesigen, bis auf den letzten Stuhl vollgepackten Bücherladen nahmen Schmidt und der Schweizer Musiker Tom Egger die Lesungsgäste mit auf eine lyrische Reise nach Nord-Island.

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Bericht: Lesung von Martin Suter am 26. März 2024 in Zürich

Ein Abend mit Martin Suter, Melody, Allmen und Herrn Weynfeldt

In den vergangenen acht Jahren hatte ich das Glück, so einige schöne Lesungen erlebt haben zu dürfen. An die eine oder andere davon denke ich immer wieder gerne zurück. Dazu zählt auch „Schoog im Dialog“ mit Martin Suter im Mai 2017. Damals war der Schweizer Bestsellerautor  mit seinem Roman Elefant auf Lesetour, fast genau sieben Jahre später ging es für ihn nun mit seinem nächsten klassischen „Suter“-Roman Melody (zwischenzeitlich sind von ihm jedoch zwei Krimis, ein biografischer Roman sowie ein Gesprächsband erschienen) erneut auf eine Lesereise – zwar ein Jahr später als ursprünglich geplant, dafür bereits mit einem weiteren neuen Werk, Allmen und Herr Weynfeldt, im Gepäck. Dabei machte Suter am vorletzten Lesungsabend auch im Zürcher Volkshaus Halt.

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Bericht: Lesung von Benedict Wells am 7. Mai 2023 in Kempten

Coming of Age im Allgäu der 90er und in den USA der 80er

Als ich im November 2021 in meinem Bericht über den damals vorerst letzten Termin der Lesetour zu dem Roman Hard Land geschrieben habe, dass ich mich bereits auf die nächste Lesetour von Benedict Wells und Jacob Brass freuen würde – wann immer das sein möge – konnte ich nicht ahnen, dass es fast genau eineinhalb Jahre später tatsächlich noch eine Zugabe für mich geben würde. So bekam die Hard LandLesetour nach den Leseterminen 2021 wie bei Konzerttouren großer Musikacts einen zweiten „Leg“ mit zusätzlichen Stops in weiteren Ecken Deutschlands, unter anderem auch in Kempten, was mich, obwohl ich ja bereits die ein oder andere Lesung der Tour erlebt hatte, zu einem Wochenendtrip in die Allgäuer Heimat veranlasste – auch in guter Erinnerung an Wells’ Lesung in Kempten 2017.

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Bericht: Lesungskonzert von Benedict Wells und Thees Uhlmann am 11. September 2022 in Zürich

“Bruce, der Tod und wir”

Der eine hatte erst vor einigen Monaten seinen Debütroman Sophia, der Tod und ich veröffentlicht, der andere jüngst seinen mittlerweile vierten Roman Vom Ende der Einsamkeit, der auch bald zum Bestseller avancieren sollte – da trafen Thees Uhlmann und Benedict Wells zum ersten Mal bei der lit.cologne 2016 aufeinander. Die Bühnenbegegnung zwischen dem norddeutschen Musiker/Neuautor und dem deutsch-schweizerischen Schriftsteller verlief schließlich so positiv, dass es fünf Jahre später auf der lit.cologne 2021 eine Wiederholung des Treffens gab: Diesmal ging es hauptsächlich um Wells’ neuen Roman Hard Land, die 80er, Bruce Springsteen und die USA und man musste nicht einmal live vor Ort dabei sein (dafür reichte nämlich auch der Livestream), um zu erkennen, dass hier Zwei ziemlich gut miteinander können. Groß war hier daher die Freude, als die beiden drei Lesungskonzerte im Herbst unter dem Titel „Bruce, der Tod und wir“ ankündigten. Den Auftakt machte dabei ein genial unterhaltsamer,  durch und durch euphancholischer Lesungsabend im Bogen F in Zürich mit zwei starken Persönlichkeiten, die zunächst wohl nicht gegensätzlicher sein könnten und doch irgendwie auf einer Wellenlänge unterwegs sind – und zwar nicht nur wegen ähnlicher Interessen oder Themen in ihren Werken, wie Wells und Uhlmann am vergangenen Sonntag auf eine absolut kurzweilige, launige sowie inspirierende Art unter Beweis stellten.

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