Rezension: “Jetzt wirds ernst” von Robert Seethaler

Von einem, der auszog, das Schauspielern zu lernen

Im Herbst 2016 hat es Robert Seethaler geschafft, mich mit seinem aktuellsten Werk Ein ganzes Leben komplett in den Bann zu ziehen. Seitdem habe ich – wie hier auch durch die jeweiligen Buchbesprechungen dokumentiert – nach und nach seine anderen Bücher gelesen und größtenteils genossen. Dieser Kreis schließt sich nun mit meiner Rezension zu Jetzt wirds ernst, dem letzten seiner bisher veröffentlichten Romane, welches ich mir zugegebenermaßen auch ein bisschen aufgespart hatte, damit mir der Seethaler-Stoff nicht allzu schnell ausgeht. Gelohnt hat sich das, um ehrlich zu sein, jedoch nicht wirklich, denn mit Jetzt wirds ernst nahm mein Seethaler-Leseprojekt, das ja so fulminant begonnen hatte, ein relativ unspektakuläres Ende (welches aber noch durchaus ernüchternder gewesen wäre, hätte ich mir etwa Die Biene und der Kurt für den Schluss aufgehoben…).

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Rezension: “Die Biene und der Kurt” von Robert Seethaler

Da ist das Fass an Skurrilität ein bisschen übergelaufen

Da veröffentliche ich doch glatt schon wieder eine Rezension zu einem Roman von Robert Seethaler! Vermutlich rollen jetzt ein paar von euch gerade mit den Augen, aber das kann ich ja nicht sehen. Vielleicht interessiert es den ein oder anderen aber auch, wie es mir mit meinem vierten Seethaler-Roman so erging, das ist ja gut möglich. Meine Seethaler-Liebe, die hat nämlich einen ordentlichen Dämpfer bekommen. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Das war wie so ein kleiner Schlag in die Magengrube, ihr kennt das wahrscheinlich. Jedenfalls bin ich heilfroh, dass das nicht mein erstes Buch von Seethaler war. Wer weiß, ob ich dann noch ein anderes Buch von ihm gelesen hätte. Darüber könnte man wahrscheinlich noch lange spekulieren, aber eines ist klar: Natürlich liegen zwischen so einem unaufdringlichen und feinen Büchlein wie Ein ganzes Leben und so einer grellen Story wie der von Die Biene und der Kurt Welten.

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Rezension: “Elefant” von Martin Suter

Die Jagd nach dem rosa Elefanten

Sie ist rosa, in etwa so groß wie ein Schoßhund, hört auf den wohlklingenden Namen „Sabu Barisha“ und leuchtet im Dunkeln – es war Liebe auf den ersten Buchstaben. Die Rede ist von dem neuesten Geschöpf aus der Feder des Schweizer Bestsellerautors Martin Suter: Ein pink leuchtender Mini-Elefant, um den sich Suters aktueller Roman dreht. Für die einen ist sie ein Spielzeug, die anderen halten sie gar für heilig und für andere stellt sie wiederum einen neuen Lebensinhalt dar, doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie wollen die kleine Elefantendame um jeden Preis haben bzw. beschützen. In einer packenden und berührenden Geschichte beschreibt Suter das dramatische Wettrennen um jenes einzigartige Tierchen.

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Rezension: “Der Club” von Takis Würger

Weiche Schale, harter Kern

Insgeheim habe ich immer davon geträumt, an einer der Unis in „Oxbridge“ zu studieren. Jetzt vielleicht nicht mehr so sehr. Schuld daran trägt bzw. zu danken ist Takis Würger. In seinem Debutroman Der Club gewährt dieser nämlich einen gründlichen, ja fast schon an die Grenzen der Zumutbarkeit stoßenden Blick hinter die Fassaden der altehrwürdigen Gemäuer der Cambridge University und gleichzeitig tief hinunter in die menschlichen Abgründe. Damit liefert Würger zwar eine erschütternde Geschichte, lässt seine Leser aber nicht, wie eventuell vermutet, hart auf dem Boden aufkommen, sondern bettet sie überraschend weich. Überhaupt bricht der Roman mit sämtlichen Erwartungen, die man an ihn heranträgt, und überrascht damit auf ganzer Linie.

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Rezension: “Die weiteren Aussichten” von Robert Seethaler

Eine aberwitzige Geschichte mit viel Liebe zum Detail

Schon wieder eine Rezension zu einem Roman von Robert Seethaler? Ich fürchte ja. Ich kriege momentan einfach nicht genug von den besonderen Geschichten und dem noch einmaligeren Schreibstil dieses Schriftstellers. Deswegen musste ich erneut meiner Seethaler-Sucht nachgeben und habe Die weiteren Aussichten gelesen. Ähnlich wie bei meiner Lektüre von Der Trafikant stellte sich auch dieses Mal sofort wieder das heimelige Gefühl ein, mit der Geschichte und ihren Charakteren direkt vertraut zu sein – ich war sofort wieder gefesselt.

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