Rückblick: Lesemonat April 2017

Ein quantitativ guter, aber qualitativ eher mittelmäßiger Lesemonat

Nachdem ich im März so viele Bücher wie (schätzungsweise) noch nie in einem Monat gelesen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich es in den darauffolgenden Wochen noch einmal so schnell schaffen würde, auch nur annähernd an diese (für meine Verhältnisse) ziemlich stattliche Anzahl an gelesenen Büchern heranzukommen. Was die Bücheranzahl angeht, habe ich es auch nicht ganz geschafft, da es zwei Bücher weniger sind, aber zumindest was die Seitenanzahl betrifft, dürfte ich die Menge vom letzten Monat übertroffen haben – allein die 960 Seiten von Ein wenig Leben treiben die Zahl natürlich gehörig in die Höhe. Allerdings sagt die Menge an gelesenen Büchern und Seiten ja oft nicht viel über die Qualität des Gelesenen aus, und so hielt sich meine Lesefreude im April eher in Grenzen, weil ich fast alle Bücher als mittelmäßig bis enttäuschend empfand – da hatte ich mir wohl schon zu viele Highlights im März herausgepickt… Hier nun zunächst meine Kurzmeinungen zu den gelesenen Büchern:

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Rezension: „Elefant“ von Martin Suter

Die Jagd nach dem rosa Elefanten

Sie ist rosa, in etwa so groß wie ein Schoßhund, hört auf den wohlklingenden Namen „Sabu Barisha“ und leuchtet im Dunkeln – es war Liebe auf den ersten Buchstaben. Die Rede ist von dem neuesten Geschöpf aus der Feder des Schweizer Bestsellerautors Martin Suter: Ein pink leuchtender Mini-Elefant, um den sich Suters aktueller Roman dreht. Für die einen ist sie ein Spielzeug, die anderen halten sie gar für heilig und für andere stellt sie wiederum einen neuen Lebensinhalt dar, doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie wollen die kleine Elefantendame um jeden Preis haben bzw. beschützen. In einer packenden und berührenden Geschichte beschreibt Suter das dramatische Wettrennen um jenes einzigartige Tierchen.

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Rezension: „Der Club“ von Takis Würger

Weiche Schale, harter Kern

Insgeheim habe ich immer davon geträumt, an einer der Unis in „Oxbridge“ zu studieren. Jetzt vielleicht nicht mehr so sehr. Schuld daran trägt bzw. zu danken ist Takis Würger. In seinem Debutroman Der Club gewährt dieser nämlich einen gründlichen, ja fast schon an die Grenzen der Zumutbarkeit stoßenden Blick hinter die Fassaden der altehrwürdigen Gemäuer der Cambridge University und gleichzeitig tief hinunter in die menschlichen Abgründe. Damit liefert Würger zwar eine erschütternde Geschichte, lässt seine Leser aber nicht, wie eventuell vermutet, hart auf dem Boden aufkommen, sondern bettet sie überraschend weich. Überhaupt bricht der Roman mit sämtlichen Erwartungen, die man an ihn heranträgt, und überrascht damit auf ganzer Linie.

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Rezension: „Salt to the Sea“ von Ruta Sepetys

Salz für die See und Salz auf den Buchseiten

Es gibt genau fünf Bücher, die mich emotional so tief getroffen haben, dass ich diese Lektüren bis heute noch nicht richtig überwunden habe. Dazu gehören The Song of Achilles (Madeline Miller), The Lovely Bones (Alice Sebold), One Day (David Nicholls), Vom Ende der Einsamkeit (Benedict Wells) und The Absolutist (John Boyne). Jetzt darf sich ein neuer Roman zu dieser illustren Runde gesellen: Salt to the Sea von Ruta Sepetys. Etlichen überschwänglichen Rezensionen sowie Instagram ist es zu verdanken, dass ich auf dieses Meisterwerk gestoßen bin und da ich ja gerne und viel über den 1. und 2. Weltkrieg lese, wanderte Sepetys’ Roman schnurstracks auf meinen Lesestapel.

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Rückblick: Lesemonat März 2017

Sieben Treffer und eine Niete

Im März zelebrierten viele Bücherwürmer ihre Leidenschaft für Literatur auf der Leipziger Buchmesse – ich feierte hier meine Liebe für Bücher auf meine ganz eigene Art und Weise: Nicht nur war ich fast jede Woche auf einer Lesung, sondern las so viele Bücher wie schon lange nicht mehr und beschäftigte mich obendrein noch im Rahmen einer Hausarbeit intensiv mit einem Roman von Nuruddin Farah. Es hätte also wirklich schlimmer sein können, auch wenn ich natürlich sehr gerne auf der Buchmesse dabei gewesen wäre. Die #Leseparty auf Twitter und die Bücher, die ich gelesen habe, lenkten mich jedenfalls zum Glück ganz gut ab. Außerdem: Nach der Messe ist ja bekanntlich vor der Messe und hoffentlich klappt’s dann wenigstens im Oktober mit der Frankfurter Buchmesse.
Dass ich Leseschnecke es dann aber doch geschafft habe, so viele Bücher wie seit Langem nicht mehr zu lesen, hat mich selber überrascht und macht mich auch zugegebenermaßen ein bisschen stolz. Ich habe das Gefühl, dass mir das Lesen diesen Monat vor allem auch als Ausgleich zum eigenen Schreiben diente. Zudem handelte es sich bei allen Büchern – mit der Ausnahme von einem – um sehr bewegende, aber auch spannende Geschichten, die mich automatisch zum Weiterlesen animierten. Diesmal dominierten auch die deutschen Bücher im Verhältnis 5:3, was mich auch sehr freut. Nun also mal die Liste der Bücher, die mir den letzten Monat (größtenteils) versüßt haben.

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Bericht: Lesung von Melanie Raabe am 21. März 2017 in Ravensburg

Ein Ausflug in die Welt des Thrillers

Drei Lesungen innerhalb drei Wochen, also jede Woche eine? Kann man mal machen, dachte ich mir. Und vor allem: Daran könnte man sich definitiv gewöhnen! So stand nach den beiden Lesungen von Benedict Wells und Takis Würger  für mich letzte Woche noch eine weitere an: Melanie Raabe legte auf ihrer Lesereise zu Die Wahrheit nämlich einen Stopp in Ravensburg ein und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Zwar hatte ich bis zum Zeitpunkt des Kartenkaufs noch nicht einmal einen ihrer Romane gelesen, aber ich war ihr schon eine Weile auf diversen Social Media-Kanälen gefolgt und mir schien die Autorin einfach so unfassbar sympathisch, dass ich sie gerne einmal live sehen und lesen hören wollte. Abgesehen davon war die anstehende Lesung auch die optimale Motivation dafür, bis dahin zumindest Die Falle zu lesen – wenigstens ein bisschen wollte ich mitreden können.

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Bericht: Lesung von Takis Würger am 17. März 2017 in Ravensburg

Der Club im Boxclub: Lesung einmal etwas anders

Der Club von Takis Würger ist so ein Buch, über das ich in den letzten Wochen ausschließlich gute Kritiken gelesen habe. Mein Interesse war schnell geweckt und obwohl ich bis dato noch keine Zeit gefunden hatte, den Roman selbst zu lesen, spielte ich mit dem Gedanken, auf eine Lesung des Autors zu gehen. Offenbar hatte ich aber wohl eine eher schlampige Recherche betrieben, denn ich war der Annahme gewesen, dass in nächster Zeit keine Lesung in der Nähe stattfinden würde – der Lesetermin in Ravensburg war mir also komplett entgangen. Wie es aber doch noch dazu kam, dass ich die Lesung besuchen konnte? Instagram sei Dank! Dort stolperte ich am Nachmittag über ein Foto des Autors, bei dem er in der Bildunterschrift erwähnte, dass er am Abend in Ravensburg aus seinem Roman lesen würde. Ich fackelte nicht lange, rief schnell beim Buchladen an, um sicherzugehen, dass es auch noch Karten gab, packte anschließend meine Sachen und schipperte darauf kurzerhand über den Bodensee. Eigentlich gehöre ich sonst nicht wirklich zur spontanen Sorte, aber in solchen Fällen kann man ja auch mal eine Ausnahme machen.

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Rezension: „Die weiteren Aussichten“ von Robert Seethaler

Eine aberwitzige Geschichte mit viel Liebe zum Detail

Schon wieder eine Rezension zu einem Roman von Robert Seethaler? Ich fürchte ja. Ich kriege momentan einfach nicht genug von den besonderen Geschichten und dem noch einmaligeren Schreibstil dieses Schriftstellers. Deswegen musste ich erneut meiner Seethaler-Sucht nachgeben und habe Die weiteren Aussichten gelesen. Ähnlich wie bei meiner Lektüre von Der Trafikant stellte sich auch dieses Mal sofort wieder das heimelige Gefühl ein, mit der Geschichte und ihren Charakteren direkt vertraut zu sein – ich war sofort wieder gefesselt.

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Bericht: Lesung von Benedict Wells am 6. März 2017 in Kempten

Lesung aus Vom Ende der Einsamkeit 2.0

Ein bisschen weniger als ein halbes Jahr ist es her, da gab es meinen Blog noch nicht, die (Buch-)Blogger-Szene war für mich noch ein ziemlich unbekanntes Territorium und ich beschloss eines schönen Tages, auf eine Lesung von Benedict Wells zu gehen und danach einfach mal darüber zu schreiben. Ich hatte keine großen Erwartungen, vorbereitet habe ich mich eigentlich nicht (ich hatte kurz davor lediglich Becks letzter Sommer gelesen): Man kann sagen, ich war noch relativ grün hinter den Ohren. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – war diese Lesung eine sehr prägende Erfahrung für mich. Als ich schließlich erfuhr, dass Benedict auf seiner Lesereise zu Vom Ende der Einsamkeit noch einmal hier in der Gegend vorbeischauen würde, fackelte ich deshalb nicht lange: Ich wollte den Vergleich und eine etwas traditionellere Lesung erleben. Und jetzt, wo das Grün hinter meinen Ohren mittlerweile vielleicht schon einem Hellgrün gewichen ist (obwohl ich das wahrscheinlich besser eurem Urteil überlasse), habe ich die Lesung in Kempten tatsächlich anders wahrgenommen, auch wenn es wieder ein ähnlich wunderbares Erlebnis war.

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Rückblick: Lesemonat Februar 2017

Ein Auf und Ab

Schon ist März und mein Blog ist bald schon ein halbes Jahr alt, kaum zu glauben. Und trotz der vorbeigehenden Zeit und des etwas kürzeren Monats habe ich es im Februar geschafft, meine Vorsätze vom Januar einzuhalten und mit der gelesenen Anzahl an Büchern nicht signifikant hinterherzuhinken. Immerhin vier Bücher habe ich geschafft, zwei deutsch- und zwei englischsprachige Romane. Allerdings lief die Sache nicht ganz so rund wie im letzten Monat. Meine Leseerlebnisse fühlten sich wieder eher wie eine kleine Achterbahnfahrt an, mal war ich begeistert, mal gelangweilt oder sogar genervt – und das nicht abwechselnd bei den verschiedenen Büchern, sondern sogar teilweise während der Lektüre eines einzelnen Romanes.

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