Gastbeitrag bei Wissenstagebuch Teil I

„African Voices“ und „Voicing Africa“

Da sich mein Blog gerade zwangsläufig in einer kleinen Sommerpause befindet, freut es mich umso mehr, dass ich euch an dieser Stelle darauf hinweisen kann, dass es auf Wissenstagebuch – übrigens einer meiner ersten Anlaufstellen, wenn es um informative und außergewöhnliche Literaturblogs geht – jetzt den ersten Teil eines Gastbeitrags von mir zum Thema „Afrikanische Literatur“ zu lesen gibt. Es war mir eine große Ehre und Freude, diesen Beitrag für den Blog zu schreiben, vor allem auch, weil es sich hierbei um eines meiner literarischen Herzensthemen handelt. Falls ihr an einigen weiteren Büchern aus und über Afrika interessiert seid, die auch hier noch nicht vorgestellt wurden, dann schaut gerne mal auf Wissenstagebuch vorbei – und auch sonst ist ein Besuch dort natürlich immer lohnenswert!

Rezension: „City of Thorns: Nine Lives in the World’s Largest Refugee Camp“ von Ben Rawlence

(Über-)Leben in der Stadt der Verlorenen

In meinen beiden Rezensionen über Nadifa Mohameds Roman The Orchard of Lost Souls und Crossbones von Nuruddin Farah bin ich literarisch sozusagen bereits in den afrikanischen Kontinent vorgestoßen und habe euch damit (hoffentlich!) einen kleinen Ein- und vielleicht auch Überblick über die Geschichte Somalias und die Lage in dem Land geboten. Diesen Fokus möchte ich im heutigen Beitrag etwas ausweiten, nämlich auf das Nachbarland Kenia und die Geschehnisse in Ostafrika allgemein. Im Prinzip könnte die Lektüre, die ich euch gleich vorstellen werde, vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise und besonders der momentanen Dürre und Hungersnot in Ostafrika kaum aktueller sein: Der britische Journalist und Menschenrechtler Ben Rawlence beschäftigt sich in seiner Reportage City of Thorns: Nine Lives in the World’s Largest Refugee Camp nämlich eindringlich mit einem Ort, der aufgrund der aktuellen Ereignisse wieder in das globale Blickfeld rückt – die Rede ist von Dadaab, dem weltweit größten Flüchtlingscamp.

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Bericht: Tübinger Bücherfest 2017

Ein bisschen Kurzurlaub in der Gesellschaft von Bücherwürmern und grandiosen Autoren

Das Tübinger Bücherfest, in dessen Rahmen Literatur an historischen und ungewöhnlichen Orten inszeniert wird, fand in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt. Allerdings hatte ich, obwohl eeeinige Freunde und Bekannte in Tübingen studiert haben oder sogar immer noch dort studieren, bis vor Kurzem noch nie von dieser tollen Veranstaltung gehört oder gelesen. Eine wirkliche Schande, da ich das Bücherfest ansonsten bestimmt schon vorher einmal besucht hätte. Umso froher bin ich, dass ich zumindest dieses Jahr rechtzeitig davon erfahren habe, denn nur ein Blick auf das hochkarätige Programm genügte, damit ich mir sofort ein sogenanntes „Bücherfestbändel“ sowie die ein oder andere Eintrittskarte für diverse Lesungen sicherte – unter anderem für die Auftaktveranstaltung „Schoog im Dialog“ mit Martin Suter, über die ich hier bereits ausführlich berichtet habe.

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Bericht: „Schoog im Dialog“ mit Martin Suter am 24. Mai 2017 in Tübingen

Zurück zu den Wurzeln von Elefant

Zu seinem Besuch in Tübingen im Rahmen der Reihe „Schoog im Dialog“ sowie des Tübinger Bücherfestes brachte Bestsellerautor Martin Suter seinen aktuellen Roman dorthin, wo alles begann: Und zwar an den Geburtsort seines niedlichen rosafarbenen Elefäntchens Sabu. An die zehn Jahre ist es nämlich mittlerweile schon her, als der Alzheimer-Forscher Mathias Jucker den Schweizer Schriftsteller in einem Gespräch auf einem Kongress in Tübingen auf die Idee zu dem Roman brachte. Seitdem sei ihm die Vorstellung eines durch Gentechnik erzeugten rosaroten Mini-Elefanten nicht mehr aus dem Kopf gegangen, so Suter. Wie bereits in meiner Rezension zu Elefant erwähnt, ist es auch ungefähr ein Jahrzehnt her, als ich zum ersten Mal mit Martin Suters Romanen in Berührung kam, und jahrelang habe ich den Wunsch gehegt, den Schriftsteller einmal live sehen und lesen hören zu können. Dank seines Abstechers in Tübingen ging dieser Traum nun endlich in Erfüllung.

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Rückblick: Lesemonat Mai 2017

Die erste kleine Leseflaute des Jahres

Nachdem die letzten beiden Monate lesetechnisch so gut liefen, war es irgendwie auch nur eine Frage der Zeit, bis diese „Erfolgswelle“ irgendwann unterbrochen würde. Diesen Monat war es dann tatsächlich soweit – ich habe es im Mai tatsächlich nur geschafft, lächerliche drei Bücher zu lesen. Damit bin ich, wenn ich ehrlich bin, nicht wirklich zufrieden, vor allem nicht, wenn ich mir anschaue, was und wie viel ich davor gelesen habe. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht so ganz genau, woran es lag, aber ich vermute, das Schreiben/Vorbereiten meiner Masterarbeit verlangte mir wohl doch die meiste Energie ab, sodass ich abends und zwischendurch manchmal doch lieber bei Netflix vorbeischaute, anstatt zu einem Buch zu greifen. Hinzukommt, dass ich diesen Monat überhaupt keine fiktiven Bücher, sondern zwei Sachbücher und ein autobiografisches Werk gelesen habe, die ebenfalls fordernder waren. So viel zu meiner Verteidigung. Immerhin war der Mai trotzdem recht literarisch geprägt: Anfang des Monats war ich bei einer Lesung von Harald Martenstein, die wie immer sehr amüsant war, und letzte Woche ging es dann nach Tübingen zum Bücherfest, das mit einem hochkarätigen Programm aufwartete und über dessen Veranstaltungen in den nächsten Wochen noch zwei ausführliche Berichte folgen werden. Nun erstmal zu der überschaubaren Anzahl an Büchern, die ich im Mai gelesen habe:

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Rezension: „Die Biene und der Kurt“ von Robert Seethaler

Da ist das Fass an Skurrilität ein bisschen übergelaufen

Da veröffentliche ich doch glatt schon wieder eine Rezension zu einem Roman von Robert Seethaler! Vermutlich rollen jetzt ein paar von euch gerade mit den Augen, aber das kann ich ja nicht sehen. Vielleicht interessiert es den ein oder anderen aber auch, wie es mir mit meinem vierten Seethaler-Roman so erging, das ist ja gut möglich. Meine Seethaler-Liebe, die hat nämlich einen ordentlichen Dämpfer bekommen. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Das war wie so ein kleiner Schlag in die Magengrube, ihr kennt das wahrscheinlich. Jedenfalls bin ich heilfroh, dass das nicht mein erstes Buch von Seethaler war. Wer weiß, ob ich dann noch ein anderes Buch von ihm gelesen hätte. Darüber könnte man wahrscheinlich noch lange spekulieren, aber eines ist klar: Natürlich liegen zwischen so einem unaufdringlichen und feinen Büchlein wie Ein ganzes Leben und so einer grellen Story wie der von Die Biene und der Kurt Welten.

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Tag: #soundofyourbook

Der Soundtrack meiner Bücher

Als eine Handvoll Bookstagrammer (@literarischernerd, @murmeltier_reads, @livres_magiques, @madam_movie und @bucheleganz) vor ein paar Wochen eine gemeinsam geplante Challenge ankündigten, war ich schnell Feuer und Flamme: Die Aktion nannte sich #soundofyourbook und es sollte darum gehen, vom 7. bis 14. Mai jeden Tag zu einem bestimmten Thema Bücher mit Musik zu kombinieren – der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt. Da Literatur und Musik ja meine zwei großen Leidenschaften sind, hatte ich an diesem Projekt eine große Freude: Ich genoss es, mir Beiträge zu den jeweiligen Mottos zu überlegen, dafür meine Bücher- und CD-Regale zu durchstöbern und anschließend mit Gleichgesinnten über unsere Lieblingsbücher, -bands und –musiker zu plaudern.

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Rezension: „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara

Ein einziger Zwiespalt

Wenn ich ein Buch nennen müsste, dem man in den letzten Monaten auf sämtlichen Plattformen begegnete, über das so heiß diskutiert worden ist wie sonst selten und um das man deswegen kaum bis gar nicht vorbeikam, dann wäre das Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara. In ihrem neuesten Opus liefert die amerikanische Autorin Stoff, der nicht ohne Grund Aufsehen erregt und die Gemüter gehörig erhitzt, aber vor allem auch kräftig spaltet: Während die einen den Roman fast verteufeln, loben ihn die anderen förmlich in den Himmel – und ich habe das Gefühl, dass ich mich mit meinen Gedanken zu diesem doch in vielerlei Hinsicht sehr ungewöhnlichen Roman irgendwo in der Mitte befinde, nämlich im absoluten Zwiespalt.

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Rückblick: Lesemonat April 2017

Ein quantitativ guter, aber qualitativ eher mittelmäßiger Lesemonat

Nachdem ich im März so viele Bücher wie (schätzungsweise) noch nie in einem Monat gelesen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich es in den darauffolgenden Wochen noch einmal so schnell schaffen würde, auch nur annähernd an diese (für meine Verhältnisse) ziemlich stattliche Anzahl an gelesenen Büchern heranzukommen. Was die Bücheranzahl angeht, habe ich es auch nicht ganz geschafft, da es zwei Bücher weniger sind, aber zumindest was die Seitenanzahl betrifft, dürfte ich die Menge vom letzten Monat übertroffen haben – allein die 960 Seiten von Ein wenig Leben treiben die Zahl natürlich gehörig in die Höhe. Allerdings sagt die Menge an gelesenen Büchern und Seiten ja oft nicht viel über die Qualität des Gelesenen aus, und so hielt sich meine Lesefreude im April eher in Grenzen, weil ich fast alle Bücher als mittelmäßig bis enttäuschend empfand – da hatte ich mir wohl schon zu viele Highlights im März herausgepickt… Hier nun zunächst meine Kurzmeinungen zu den gelesenen Büchern:

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Rezension: „Elefant“ von Martin Suter

Die Jagd nach dem rosa Elefanten

Sie ist rosa, in etwa so groß wie ein Schoßhund, hört auf den wohlklingenden Namen „Sabu Barisha“ und leuchtet im Dunkeln – es war Liebe auf den ersten Buchstaben. Die Rede ist von dem neuesten Geschöpf aus der Feder des Schweizer Bestsellerautors Martin Suter: Ein pink leuchtender Mini-Elefant, um den sich Suters aktueller Roman dreht. Für die einen ist sie ein Spielzeug, die anderen halten sie gar für heilig und für andere stellt sie wiederum einen neuen Lebensinhalt dar, doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie wollen die kleine Elefantendame um jeden Preis haben bzw. beschützen. In einer packenden und berührenden Geschichte beschreibt Suter das dramatische Wettrennen um jenes einzigartige Tierchen.

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